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»Ich bin schon Oldschool-Marxist« Holger Burner verpackt seine Gesellschaftskritik in eingehende Hiphop-Reime. Der Antiberliner sprach mit ihm über Propagandarap, musikalischen class war und Lenin. Du wirst als linker Poet, Propagandarapper, Hasstexter und Kommunikationsguerillero beschrieben. Welche Beschreibung findest du am passendsten? Na ja, linker Poet klingt etwas hochgestochen und meine zwei oder drei Aktionen,die als Kommunikationsguerilla durchgehen, rechtfertigen auch die letzte Bezeichnung nicht insofern finde ich Propagandarapper am passendsten. Weil ich schon Agitation und Propaganda am Mikrofon betreibe und definitive politische Statements mache ich steh nicht auf die moralische Zeigefinger-Schiene, dann lieber Mittelfinger. Hasstexter bin ich aber auch um mal einen unserer Slogans abzuwandeln: Fight the game and hate the player klar ändert’s grundsätzlich nichts am Kapitalismus, wenn z.B. Haider ne Leitplanke küsst.
Oft werden deine Texte als »musikalischer class war« tituliert.Was meinst du mit deiner Musik erreichen zu können? Ich denke, dass Musik helfen kann, Kämpfe bekannt zu machen oder Situationen kollektiver bewusst zu machen Kapitalismus individualisiert total heftig.Von daher ist allein die Erkenntnis, dass man mit manchen Gedanken nicht allein ist, schon für viele ein Fortschritt. Das Coolste ist auf Demos oder Streiks zu rappen, weil da eine Situation ist, wo man die Scheiße nicht nur beschreibt, sondern aktiv bekämpft. Ich messe mich selbst daran, was ich unabhängig von der Musik aktiv mache wenn ich keine Flugblätter mehr verteilen oder Demos organisieren würde, könnt ich mich nicht ernst nehmen. Insofern seh ich mich als Klassenkämpfer, der auch rappt. In einem Interview nennst du Lenin als dein Vorbild. Ist das nicht etwas altbacken? Allein Vorbild klingt nach Starschnitt-Idol-Geschichte man sollte immer darauf gukken, auf welche Ideen und Taten von Personen man sich positiv bezieht.KeinE RevolutionärIn in der Weltgeschichte hat ein Abo auf Wahrheit und Unfehlbarkeit, wer so was will, sollte Christ werden. Aber ich bezeichne mich als Sozialist, und als solcher muss man sich angucken, was es in der Geschichte an Bewegung gab. Und ich bin der Meinung, dass Rußland 1917 das einzige Land war, in dem es eine wirkliche sozialistische Revolution gegeben hat. Ich kann nicht in fünf Worten erklären, was meine Meinung darüber ist und warum es in den Jahren danach gescheitert ist. Aber ich denke, wenn es in Deutschland oder England 1918 oder 1919 geklappt hätte, wär die Geschichte anders verlaufen und dabei hätten ein paar mehr Lenins meiner Meinung nach geholfen. Was das betrifft, bin ich schon Oldschool-Marxist.Und hier noch ein paar »Vorbilder«: Huey Newton, Boots Riley, Angela Davis, George Jackson, Marx, Luxemburg & Trotzki, Last Poets, Bill Haywood, Phil Ochs, Rote Zora und die Rote Lucy (Redler). www.holger-burner.de |
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