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»Mit dem Teufel im Bunde« Die Medienmaschine Italiens hat in den letzten Monaten eine beispiellose rassistische Kampagne gegen Roma initiiert. Kein Tag vergeht, an dem nicht über Fälle von Raub, Vergewaltigung und Mord berichtet wird, in denen Hauptverdächtige Roma, mindestens aber Rumänen oder Menschen mit »osteuropäischem Akzent« sind. Auf öffentliche Kritik stößt diese tendenziöse Berichterstattung kaum. Doch nicht nur in Italien auch in Deutschland ist der Hass auf Sinti und Roma stark ausgeprägt. In Italien kam es in Folge der Medienhetze zu Übergriffen auf die Stigmatisierten, mehrfach wurden ihre Camps sogar mit Brandsätzen angegriffen. Auch Staatsgewalt ist inzwischen dazu übergegangen ganze Camps zu räumen, wenn auch nur einer der Bewohner einer schwereren Straftat überführt wurde. Das Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, welches besagt, dass auch EU-Ausländer, die Straftaten begehen oder im Verdacht stehen Straftaten zu begehen, in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden können. Dort droht ihnen allerdings ebenfalls Verfolgung. Nirgendwo sicher Antiziganismus benennt die Feindschaft gegenüber Sinti und Roma, welche meist im abwertenden Sinne als »Zigeuner« bezeichnet werden. In Deutschland wie auch sonst in Europa haben antiziganistische Einstellungen eine lange Tradition. Den letzten Umfragen entsprechend sind zwischen 64 (Allensbach) und 68 Prozent (Emnid) der Deutschen antiziganistisch eingestellt. In einer Umfrage, die im Oktober 2006 vom deutschen Zentralrat der Sinti und Roma veröffentlicht wurde, geht hervor, dass 76 Prozent der Befragten Sinti und Roma sich in Deutschland diskriminiert fühlen. Immer der Sündenbock Vor über 500 Jahren wanderten Sinti aus Indien nach Europa ein. In den deutschsprachigen Gebieten erklärte 1498 der Reichstag von Freiburg die »Zigeuner« für vogelfrei.
Durch die Aufklärung rückte der Gedankte von Assimilierung stärker in den Vordergrund. Doch Konsens blieb: Die »Zigeuner« sind fremd und anders und trotz christlichen Glaubens, müssen sie erst zu vollwertigen Menschen erzogen werden. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich ein besonders rassistisch geprägter Antiziganismus, welcher Sinti und Roma als fremde und minderwertige Rasse definierte. Während des deutschen Faschismus wurden sie konsequent verfolgt und in Konzentrationslagern vernichtet. Neben den Juden zählten Sinti und Roma zu der am stärksten aus rassistischer Motivation verfolgten Gruppe. Niemals entschädigt In der Bundesrepublik wurde dies lange Zeit nicht anerkannt. Vielmehr wurde von einer Verfolgung wegen Kriminalität gesprochen. Erst 1982 wurde den Sinti und Roma von der deutschen Regierung zugestanden, dass sie aus rassischen Gründen verfolgt wurden. Der überwiegenden Mehrheit der Holocaust Opfer und deren Angehörigen blieben Entschädigungszahlungen jedoch trotzdem verwehrt. Neben institutionellem Rassismus seitens Behörden und Gesetzen sind Sinti und Roma im wiedervereinten Deutschland hauptsächlich Vorurteilen und Ablehnung der Mehrheitsgesellschaft ausgesetzt. Diese entluden sich etwa 1992 in Rostock bei den Pogromen in Lichtenhagen. Dass auch heute antiziganistischen Einstellungen in Europa weit verbreitet sind, zeigen die oben erwähnten Umfragen und die Pogrome in Italien leider mehr als deutlich. |
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