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Alter Wein
in neuen Schläuchen Grundsätzlich ist festzustellen, dass der Neofaschismus seit Beginn des 21. Jahrhunderts jünger und aktionsorientierter ist. Dies findet seinen Ausdruck u.a. darin, dass Neonazis sich verstärkt aktuellen, gegenwartsbezogenen Fragen widmen und versuchen an soziale Bewegungen anzudocken. Bereits seit Jahren formulieren sie ihre Kritik an der
Völkisch homogene Nation Die Wurzel allen Übels der Globalisierung ist für die extreme Rechte ihr ureigenstes Thema - die zunehmende Zerstörung des völkisch homogenen Nationalstaats durch die moderne Gesellschaft, also das Ende einer vermeintlich »gesunden« und »natürlichen « Ordnung der Rassen,Völker und Kulturen sowie ihrer Lebensgrundlagen. Diese »Zerstörung « wird als »Zwang zur Universalisierung « und »Vereinheitlichung der Welt«, der mit der Globalisierung einhergeht, angeführt. Dieser »Zwang« hätte demnach Auswirkungen auf nationale Identitäten und völkisch-nationale Kollektive, deren Vielfalt gegenüber den nivellierenden Globalisierungsprozessen zu erhalten sei. Hinter diesem Verständnis steht das neurechte Ethnopluralismusmodell. Die multikulturelle Gesellschaft wird, beispielsweise in der NPD-Zeitung Deutsche Stimme, als »das Markenzeichen der Globalisierung« bezeichnet und als »multiethnischer und multikulturalistischer Vermischungsextremismus « angeprangert.Zum anderen wäre die Globalisierung eine Fortführung des »zersetzenden « Liberalismus und der bürgerlichen Demokratie, deren Drahtzieher Kreise der internationalen Hochfinanz seien, die sich jedoch meist dezent im Hintergrund halten. So wird also außerdem die uralte antisemitische Verschwörungstheorie reproduziert, die vom geheimen Netzwerk fantasiert, das die nationalen Volkswirtschaften bedroht. Das fremde Kapital Neo-Nazis unterscheiden zwischen schlechtem, internationalem, weil raffendem Kapital auf der einen und gutem, nationalem, weil schaffendem Kapital auf der anderen Seite. Sie verkennen somit die essenziellen Prinzipien des Kapitalismus, die ausschließlich im Interesse des maximalen Profits erfolgende Produktion, für die menschliche Bedürfnisse nie mehr als eine untergeordnete Rolle spielen können.Dieses Unverständnis der kapitalistischen Funktions- und Wirkungsweise setzt sich dabei konsequent in der von den Nazis propagierten Alternative fort: Der Volksgemeinschaft, einem ethnisch homogenen und autoritären Gesellschaftsmodell, in dem jegliche Individualinteressen dem Gemeinwohl untergeordnet werden müssen. Der grundlegende Widerspruch zwischen Lohnabhängigen und Unternehmern wird mit diesem Gesellschaftsmodell zwar nicht abgeschafft, aber für nichtig erklärt. Denn beide eint die Zugehörigkeit zum gleichen Volk und damit, völkischer Logik entsprechend, ein gemeinsames Interesse. Nichts Neues Festzuhalten bleibt, dass die rechte Globalisierungskritik einen völkisch und politisch homogenen Nationalstaat propagiert, der sich von den kulturellen, politischen, sozialen und ökonomischen Einwirkungen anderer Länder, um der Bewahrung der eigenen Geschlossenheit willen,weitgehend abschotten soll.Verknüpft wird diese Auffassung mit der Ablehnung des Individualitätsprinzips sowie mit einem chauvinistisch begründeten Antiamerikanismus und vermeidlichem Antikapitalismus, oftmals gepaart mit Antisemitismus und Verschwörungsmythen. Mit Inhalten der globalisierungskritischen Bewegung, die der kapitalistischen Globalisierung eine andere, solidarische Globalisierung entgegen setzen will, hat diese Globalisierungskritik nur wenig gemein. |
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